Arbeiten bei einer NGO

Zahlen und Fakten

(siehe dazu das Handbuch der Nonprofit-Organisation: Strukturen und Management, 5. Auflage, 2013)

In Österreich wird eine NGO in der Regel in der Rechtsform des Vereins geführt. Zu jedem Verein gibt es einen öffentlichen Vereinsregisterauszug. Aus diesem Vereinsregister geht hervor, dass es im Jahr 2010 116.556 Vereine in Österreich gab. Die meisten Vereine kommen aus dem Sport- und Kulturbereich (Fußball-, Tennis-, Basketball-, Musik-, Theater-, Kunstvereine etc.). Weitere Rechtsformen, die aber in der Praxis sehr selten vorkommen, sind gemeinnützige Privatstiftungen, gemeinnützige Gesellschaften mit beschränkter Haftung (Ges.m.b.H.), gemeinnützige Aktiengesellschaften (AG) und Genossenschaften.

Im Jahr 2010 gab es in Österreich rund 212.000 Dienstverhältnisse im Nonprofit-Sektor, was ca. 5,2 % aller in Österreich Erwerbstätigen entspricht. Davon entfielen ca. 36 % dem Sozialwesen14 % dem Unterrichtswesen (Volksschulen, Kindergärten, weiterführende Schulen, Erwachsenenbildung u.a.), 12 % dem Gesundheitswesen (Krankenanstalten, Rettungsdienste) und der Rest großteils unterschiedlichen Vereinen und religiösen Einrichtungen.

Interessant ist, dass fast 3/4 aller Beschäftigten (74 %) im Nonprofit-Sektor Frauen sind und fast die Hälfte aller Beschäftigten nur Teilzeit beschäftigt sind.

Die Arbeit von Ehrenamtlichen spielt in Österreich eine große Rolle. Im Jahr 2006 betrug der in Geld gemessene Wert freiwillig geleisteter Arbeit 4,7 Mrd. Euro und 1,8 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Es wurden pro Woche durchschnittlich fast 8 Mio. Stunden in Form von Freiwilligenarbeit geleistet. Geht man von einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 39,3 Wochenstunden aus, so würde das rund 202.000 Vollzeitkräften auf ehrenamtlicher Basis entsprechen.

Ausbildung

Bei unseren Messeständen wird uns sehr häufig die Frage gestellt, welche Ausbildung man braucht, um in einer NGO arbeiten zu können. Diese Frage lässt sich so aber gar nicht beantworten. Für einen Rettungsdienst wird man in der Regel eine SanitäterInnen-Ausbildung benötigen, in einer Umweltschutz-NGO das nötige Fachwissen über umweltschutzbezogene Themen und in der Sozialarbeit eine Ausbildung als SozialarbeiterIn. Das ist aber nicht immer so, sondern hängt von der jeweiligen Organisation und vom aktuellen Bedarf an MitarbeiterInnen ab und ob es um einen bezahlten Job, ein Praktikum oder ehrenamtliche Mitarbeit geht.

Ob es jetzt um einen bezahlten Job bei einer gewinnorientierten Firma oder bei einer sozialen Organisation geht, ist für die Frage der Ausbildung grundsätzlich egal. In unserer Jobbörse gibt es zahlreiche bezahlte Jobs im Sozialbereich, wo ganz verschiedene Ausbildungen verlangt werden.

Gehälter in NGOs

Es wird kaum überraschen, dass Arbeitgeber aus dem Nonprofit-Sektor in der Regel weniger zahlkräftig sind als jene aus der gewinnorientierten Privatwirtschaft. Dies liegt in ihrer Natur. Nonprofit-Organisationen sind, wie der Name schon andeutet, in der Regel nicht auf Gewinn ausgerichtet und finanzieren sich großteils durch öffentliche Gelder, Spenden, Sponsoring etc., während gewinnorientierte Unternehmen ihre Umsätze selbst erwirtschaften und dementsprechend mehr Geld haben.

Man darf jedoch nicht verallgemeinern. Es wäre falsch zu sagen, man bekommt im NPO-Sektor prinzipiell weniger Gehalt als anderswo. Am Besten ist es, man vergleicht einfach die Gehälter in NGOs in den aktuellen Stellenausschreibungen unserer Jobbörse.

Als weitere Orientierung für Gehälter in NPOs können außerdem folgende ausgewählte Kollektivverträge herangezogen werden (Liste wird nicht regelmäßig aktualisiert):

 

Zuletzt aktualisiert: April 2015